Führer durch das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte zu Lübeck

Karl SCHAEFER
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Year: 1915
Publisher: Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, Lübeck
Edition:
 1st

Language: DE
Pages: 180+32+Grundriß
Condition: VG
Binding: SC

- Das im Jahr 1915 erschienene Werk „Führer durch das Museum für Kunst- und Kulturgeschichte zu Lübeck“ ist weit mehr als ein historisches Wegweisungsheft. Es dokumentiert einen Meilenstein der norddeutschen Museumsgeschichte. Verfasst wurde das Buch von dem renommierten Kunsthistoriker und Museumsdirektor Dr. Karl Schaefer. Es erschien pünktlich zur feierlichen Eröffnung des St.-Annen-Museums am 1. Oktober 1915, welches fortan die umfangreichen kunst- und kulturhistorischen Schätze der Hansestadt beherbergte.
Inhaltlich bietet das 179 Seiten starke Werk einen akribisch aufgearbeiteten, systematischen Rundgang durch insgesamt 48 Ausstellungsräume. Karl Schaefer führt die Leser durch die damals neu konzipierte Ausstellung im ehemaligen St.-Annen-Kloster. Der Fokus liegt dabei auf der einzigartigen Sammlung sakraler Kunst des Mittelalters, darunter bedeutende Schnitzaltäre, sowie auf Zeugnissen der bürgerlichen Wohnkultur Lübecks vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Für die damalige Zeit war der Führer modern und aufwendig gestaltet: Er enthält 32 fotografische Tafeln mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Räume und wichtigsten Exponate sowie zwei ausfaltbare Grundrisspläne zur Orientierung. Ein besonderes visuelles Merkmal der originalen kartonierten Ausgabe ist die künstlerische Umschlagillustration, die von dem bekannten Lübecker Maler und Grafiker Otto Linde-Walther geschaffen wurde.
Für die heutige Forschung besitzt das Buch einen unschätzbaren Wert als historische Quelle. Da die Museumslandschaft und viele Bestände durch die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs sowie spätere Umgestaltungen verändert wurden, erlaubt Schaefers Führer die präzise Rekonstruktion der ursprünglichen Sammlungsanordnung im Jahr 1915. In kunsthistorischen Publikationen wird das Werk bis heute regelmäßig herangezogen, um den damaligen Forschungsstand und den exakten historischen Kontext einzelner Lübecker Kunstschätze zu belegen.